• Die steigende Nachfrage und der Geschmack junger Teetrinker auf dem chinesischen Festland sollen neue Geschäftschancen für die traditionellen Produzenten eröffnen.

    BildDies zeigte sich auch auf der Tea Expo in Guangzhou im Mai. Generell legen die Kunden inzwischen sehr viel Wert auf ein gutes Preis-Leistungsverhältnis und fragen daher vor allem Produkte in der Preisspanne zwischen 13 und 125 Euro pro 500 Gramm nach. In diesem Bereich bewegen sich auch die schwarzen Tees des mittleren und höheren Segments von Yingjiuhong, einem führenden Produzenten aus Guangdong. Laut dessen Geschäftsführer Wang Guangping ist die Palette Yinghong No 9 die beliebteste im Sortiment und wird zwischen 25 und 63 Euro pro 500 Gramm verkauft. Mit dem wachsenden Produkt-Know-how vieler Verbraucher sei in den letzten Jahren auch die Beliebtheit des in Yingde, Heimat von Yingjiuhong, produzierten schwarzen Tees gestiegen. Yingde zählt tatsächlich zu den drei beliebtesten Sorten beim schwarzen Tee – neben Qimen (Anhui) und Dian Hong (Yunnan). „Wir sind überzeugt, dass das Konsumgut Tee zu einem Preis verkauft werden sollte, der für die breite Öffentlichkeit erschwinglich ist“, betont Wang.

    Aber auch Premium-Produkte gehören zum Portfolio von Yingjiuhong. So wird eine Reihe von Tees zum Preis von etwa 379 Euro pro 500 Gramm angeboten, die sich nur eine kleine Zahl von High-End-Kunden leisten kann und will. Laut Wang hat schwarzer Tee – im Gegensatz zu Pu-Erh-Tee – nur eine begrenzte Haltbarkeit und muss innerhalb weniger Jahre konsumiert werden. Als Investition eignet er sich daher nicht.

    Im Vergleich zu den vergangenen Jahren erzielt Pu-Erh derzeit nicht mehr so überhöhte Preise. Zeng Shuyan, Geschäftsführer von Chensheng Fuyuanchang, Pu-Erh-Tee-Produzent aus Yunnan, glaubt aber, dass sich die Liebhaber dieser Mischung aufgrund von Qualität und Geschmack für den Tee entscheiden. Das Preisschild sei dabei zweitrangig. „Kostspieliger Pu-Erh ist das Produkt eines spekulativen Marktes. Indessen genießen die wahren Pu-Erh-Trinker den Geschmack des Tees, anstatt mit dem Preis anzugeben.“

    Für viele Aussteller waren die letzten Jahre durch eine Sortimentserweiterung gekennzeichnet, in der sich Tee-Produzenten und Vertriebspartner zusammenschlossen, um Teehäuser und -stuben einzurichten, E-Commerce-Kanäle zu entwickeln, ländliche Tourismusprogramme zu unterstützen und die Zen-Tee-Kultur zu fördern. An vorderster Front dieser Initiativen befindet sich das in Guangxi ansässige Unternehmen Wuhuangshan, das sich selbst als eine neue Form eines Öko-landwirtschaftlichen Technologie-Unternehmens definiert. Im Wuhuangshan National Geopark bietet das Unternehmen eine Plattform für innovative Landwirtschaft und Neuzüchtungen sowie eine Wald-Tee-Produktion und ländlichen Tourismus an.

    Laut Ding Jianghu, Verkaufsleiter von Wuhuangshan, plant man auch den Bau eines Vier-Sterne-Hotels im Inneren des 33 Quadratkilometer großen Geoparks. Das Hotel richtet sich an Touristen, die die ländliche Umgebung erkunden wollen. Sie können bei der Ernte der Teeblätter helfen, sehen, wie der Tee verarbeitet wird oder sich einfach nur über den Ernteprozess informieren. Es ist davon auszugehen, dass die Förderung des ländlichen Tourismus die Teeverkäufe ankurbelt und die wirtschaftliche Entwicklung der Region fördert. Ebenso erhofft man sich, dass die Eröffnung eines Tempelkomplexes im Park das Interesse der Touristen an der Zen-Teekultur weckt.

    Andere Aussteller spezialisieren sich auf die Errichtung von Teehäusern und -stuben in bester City-Lage. So liegt die von Chensheng Fuyuanchang betriebene Teestube im Hauptgeschäftsviertel von Guangzhou’s Tianhe Quarter und hat sich auf die Angestellten und Geschäftsleute in diesem Viertel ausgerichtet. Im Mittelpunkt steht der Pu-Erh-Tee. Das Angebot reicht von der Einstiegs-Fucha-Serie bis zu den teureren Mingshan, Classic und Legend Ranges.

    Auffällig war, dass sich auf der Messe eine beträchtliche Zahl der Aussteller für zeitgenössische und stylishe Stände entschieden hatten, die sich vor allem an jüngere Konsumenten richteten. Bosizhuo, Nahrungsmittelkonzern aus Guangzhou, griff für seinen Stand beispielsweise das Disney-Motto „Alice im Wunderland“ auf. Zum Angebot zählten „Wunderland“-Nachmittagstees mit bester Butter aus Neuseeland, exotische Kräuter aus Madagaskar, Tee aus Sri Lanka und eine Auswahl an Gebäck. In ähnlicher Weise versucht Yulin Guchafang, Pu-Erh-Teeproduzent aus Yunnan, junge Teetrinker für seine Produkte zu begeistern. Der Stand wie auch die Produkte sind mit Affen, Elefanten, Pfauen und Papageien versehen, einige Artikel ähneln exotischen Lunchpaketen. Schön verpacktes, liebevoll illustriertes Teegepäck rundet das Angebot ab.

    Generell zeigten sich auf der Messe weitere Trends zur Entwicklung geschützter Marken und zur Umstellung auf neue Produktions- beziehungsweise Produktbereiche.

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    Chinas junge Teetrinker beflügeln die Branche

    wurde gebloggt am 8. August 2017 in der Rubrik Presse - News
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