• Von den Bewohnern Pekings und anderer chinesischer Großstädte, die ständig mit der Luftverschmutzung konfrontiert sind, wird jede grüne Oase besonders geschätzt.

    BildGroßer Beliebtheit erfreuen sich seit kurzem auch Miniatur-Moosgärten. Die kleinen Gärten sehen schön aus, sind pflegeleicht und bieten weitere Vorteile.

    Mit Erde gefüllte Moos-Terrarien oder Glasgefäße ziehen derzeit viele chinesische Haushalte den Topfpflanzen vor. Die winzigen Gärten können in verschiedene Bereiche unterteilt, mit Moos und Pflanzen gefüllt sowie mit Sand, kleinen Comic- und Tierfiguren dekoriert werden, wobei jeder Hobbygärtner seine eigenen Ideen einbringt. Bei Kindern sehr beliebt sind etwa Figuren wie Totoro, die Schlümpfe oder Prinzessinnen im Disney-Stil. „Je stärker die Luftverschmutzung, desto mehr boomt der Pflanzenmarkt“, erläutert Ye Chao, Inhaber eines Pekinger Geschäftes, das sich auf den Verkauf von Miniatur-Moosgärten spezialisiert hat. Mit der Verschlechterung der Luftqualität in der Region Peking-Tianjin-Hebei hätten die Verkäufe von Luftreinigern und Pflanzen deutlich zugenommen.

    „2010 eröffneten wir unser erstes Geschäft im The Place, einem der exklusiven Einkaufszentren von Peking. Diese Geschäftsidee erwies sich als so erfolgreich, dass noch zwei weitere Shops hinzugekommen sind. Zu unseren Bestsellern zählen Grünlilien, Money Plants und Glücksbambus“, so Chao.

    In Peking kosten die fertigen Miniaturgärten umgerechnet zwischen 5 und 13 USD, deutlich günstiger ist es, sich den Miniaturgarten selbst zu bauen. Hier liegen die Kosten zwischen 1,50 und 4,30 USD. Auf Taobao, JD.com und anderen E-Commerce-Plattformen muss man zwischen 4 und knapp 30 USD bezahlen.

    Während derzeit noch mehr Miniaturgärten online als im Einzelhandel gekauft werden, könnte der wachsende Trend zur Personalisierung künftig den Einzelhändlern zu Gute kommen. Anders als bei den Online-Angeboten bieten sie professionelle Beratung. Denn es ist nicht einfach, Pflanzen in Glasbehältern zum Wachsen zu bringen und einzigartige Landschaften zu schaffen. Die Mitarbeiter in Fachgeschäften sind ausgebildet und informieren über die erforderliche Bodenmenge, die Hangneigung innerhalb des Terrariums und die optimalen Höhe und Dichte des Blattwerks. Auch ist die richtige Pflege des Mooses eine Herausforderung. In vielen chinesischen Städten ist von starker Sonneinstrahlung und schlechter Wasser- und Luftqualität auszugehen – Faktoren, die sich negativ auf das Moos auswirken können. Um dem entgegenzuwirken, bieten viele Filialen einen Klinik-Service an und sorgen für eine schnelle Diagnose von Problemen in der Mikro-Umgebung der Fauna.

    Zudem bringt die Suche und persönliche Auswahl der Pflanzen vielen Kindern, die in der Stadt mit einem begrenzten Zugang zur Natur aufwachsen, die Natur näher. Die Kombination der drei Faktoren hat zu einer wachsenden Zahl von Fachgeschäften in Einkaufszentren vieler chinesischer Großstädte geführt.

    Die Branche will zudem aus dem Einfluss und anhaltenden Erfolg der Kokedama, japanische Miniaturgärten mit charakteristischen Mooskugeln, lernen. So zeigt sich Peng Nai, Sprecher von China’s National Wetland Museum, überzeugt, dass „Gärten spirituelle Orte sind, an denen sich der Geist entspannen kann. Kleine, aber exquisite Kokedama erlauben es uns, die mystischen Tiefen der Natur zu erleben. Unsere Miniaturgärten haben ein ganz ähnliches Potential.“

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    Trend zum Miniaturgarten in chinesischen Haushalten

    wurde gebloggt am 11. April 2017 in der Rubrik Presse - News
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